- 02.05.2020

HSV setzt den FC Bayern im Kampf um die Meisterschaft unter Druck


Am Ende setzten sich Boulahrouz und Co in einem "Krampfspiel" in Köln durch. (Foto: Witters)

Gespannt wartet der HSV darauf, nach der Corona-Pause endlich wieder loslegen zu dürfen und um den Aufstieg zurück in die Bundesliga zu kämpfen. Heute vor 14 Jahren schien der HSV bereits am Ziel der Träume angekommen. Am Dienstagabend gastierte die Mannschaft von Trainer Thomas Doll beim 1. FC Köln – und machte einen großen Schritt in Richtung Champions League.

Am 2. Mai 2006 geht es um alles. Der HSV kann mit einem Sieg in der englischen Woche noch einmal Druck auf den Tabellenführer FC Bayern ausüben und sich vielleicht noch einmal Chancen im Kampf um die Meisterschaft ausrechnen. Nur noch zwei Punkte würden den HSV und Bayern bei einem Erfolg trennen, zumindest für eine Nacht. Für den 1. FC Köln mit Superstar Lukas Podolski geht es hingegen um den Klassenerhalt. Bei einer Niederlage würde wohl jede Hoffnung auf ein weiteres Jahr Bundesliga schwinden.

Wie es sich für eine Top-Mannschaft gehört, legt der HSV gleich schwungvoll los. Mehdi Mahdavikia tankt sich auf dem Flügel durch und legt quer auf Sergej Barbarez. Doch der ist nur passiver Beobachter, als der Ball die Linie überschreitet. Lukas Sinkiewicz versucht zu klären und macht alles nur noch schlimmer – Eigentor! Der HSV führt mit 1:0 und es sind noch keine fünf Minuten gespielt.

Der Mut der Verzweiflung treibt die Kölner nach vorne, sie haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Der HSV reagiert zurückhaltend. Die Truppe ist stark ersatzgeschwächt, zudem steckt eine lange Saison in den Beinen der Rothosen. Kurz nach der Führung prüft Christian Lell HSV-Keeper Sascha Kirschstein aus der Distanz, doch der Schlussmann besteht die Probe und entschärft den Versuch ohne Probleme. Köln drückt mit aller Kraft auf den Ausgleich, aber die vom Abstiegskampf verunsicherte Mannschaft agiert zu ideenlos. Die Hintermannschaft des HSV erledigt ihren Job souverän.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ändert sich das Bild nur minimal. Der HSV erstickt die Bemühungen des unterlegenen Gegners im Keim. In der Schlussphase rückt dann allerdings Kirschstein immer mehr in den Fokus. Drei, vier gute Kölner Chancen pariert die Nummer eins im HSV-Tor. Die Erleichterung ist groß, als endlich der Schlusspfiff ertönt. 45.000 Kölner Fans lassen die Köpfe hängen, denn für sie ist das Kapitel Bundesliga erst einmal erledigt – der Abstieg steht fest.

Beim HSV wird mit den 5.000 mitgereisten Fans gefeiert, Europa ist in greifbarer Nähe. Patzt Werder Bremen am darauffolgenden Tag, ist der Einzug ins internationale Geschäft sicher. Patzt der Tabellenführer aus München, kann sogar noch einmal vom Titel geträumt werden. Die MOPO titelt am nächsten Tag: 1:0! Jetzt ist der HSV (fast) am Ziel.

Doch es kommt alles anders. Die Bayern geben sich an den letzten beiden Spieltagen keine Blöße und fahren den Titel sicher ein. Der HSV patzt am Folgewochenende gegen Berlin und im Verfolgerduell mit Werder Bremen geht am letzten Spieltag auch noch Platz zwei verloren. In die Champions League kommt der HSV trotzdem – über den Umweg UI-Cup qualifiziert sich die Mannschaft von Thomas Doll und zieht gerade noch so in die europäische Spitzenklasse ein. (mab)

Aufstellung HSV: Sascha Kirschstein – René Klingbeil, Khalid Boulahrouz, Bastian Reinhardt, Thimothee Atouba – Guy Demel, Mehdi Mahdavikia, Piotr Trochowski (84. Markus Karl), Sergej Barbarez – Benjamin Lauth (60. Naohiro Takahara), Ailton (77. Alexander Laas)

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