- 12.05.2020

HSV-Abstieg: Heute vor zwei Jahren trug der Volkspark schwarz


Das traurige Ende des Kapitel Bundesliga. HSV-Fans brennen in der Nachspielzeit Bengalos ab und sorgen für eine lange Unterbrechung. (Foto: Witters)

Es ist wohl der schwärzeste sportliche Tag der HSV-Geschichte. In 54 Jahren Bundesliga hatte sich der HSV immer über dem Strich halten können, doch diese Serie riss genau heute vor zwei Jahren. Trotz eines starken Endspurts mit drei Siegen aus fünf Spielen stand der Dino der Liga schon vorm letzten Spieltag vor dem Aus. Ein Sieg gegen Gladbach alleine würde nicht reichen, es brauchte zusätzlich noch die Schützenhilfe des bereits abgestiegenen 1. FC Köln in Wolfsburg. Doch die gab es nicht.

Es ist der 12. Mai 2018, ein Datum, welches sich in den Geschichtsbüchern verewigen wird. Die Hoffnungen sind bereits vor dem Anstoß gering. Viele Fans wissen, dass es wohl das letzte Bundesligaspiel für mindestens ein Jahr sein wird, trotzdem ist der Volkspark ausverkauft. Die meisten der 57.000 Zuschauer hoffen auf ein Wunder – und auf Köln. Die bereits abgestiegenen Geißböcke müssen gegen den VfL Wolfsburg gewinnen, wenn der HSV noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben will. Diese Hoffnungen erhalten bereits früh einen herben Dämpfer.

Nur Sekunden nach dem Anpfiff verbreitet sich im Stadion die Nachricht, dass der VfL Wolfsburg führt (1.). Die Aufholjagd scheint beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat. Doch die Mannschaft von Christian Titz zeigt sich unbeeindruckt, kämpft für ihre letzte Chance. Nach zehn Minuten gibt es Handelfmeter für den HSV. Es braucht den VAR, um dies festzustellen, aber dann zeigt Schiedsrichter Felix Brych auf den Punkt. Aaron Hunt verwandelt sicher und ein Fünkchen Hoffnung kehrt zurück in den Volkspark (11.).

Doch bevor diese zu groß wird, trifft Josip Drimic ins Herz des HSV – 1:1 (28.). Der Ausgleich in Wolfsburg wird zur Kenntnis genommen (32.), aber helfen tut er nichts. Die Träume vom Wunder platzen mehr mit jeder Sekunde, die vergeht. Gleichmäßig tickt die Stadionuhr weiter, immer weiter, dem Ende des HSV entgegen. Die Gastgeber sind das bessere Team und schrammen nur knapp an der erneuten Führung vorbei, so bleibt es beim Unentschieden zur Halbzeit. Der zweite Durchgang beginnt mit der nächsten Hiobsbotschaft für den HSV. Divok Origi, der Mann, der gut ein Jahr später ein Champions-League-Finale entscheiden sollte, trifft für Wolfsburg zum 2:1 – die Hoffnungen sinken rapide (54.). Nur die Spieler auf dem Feld geben sich immer noch nicht auf.

Als der HSV in Person von Lewis Holtby zum 2:1 trifft (63.), wird sich der eine oder andere Fan gerfagt haben, warum man nicht die gesamte Saison so gespielt hat. Doch am Ende waren zu viele Partien dabei, in denen der HSV sich nicht so präsentierte. Spiele wie das 0:2 zu Hause gegen Köln, das 0:6 gegen die Bayern oder das 0:1 im ”Krampf-Derby” gegen Werder sind am Ende zu viel, um noch die Kurve zu bekommen. Völlig unnötig holt sich Bobby Wood noch Gelb-Rot ab (74.), aber selbst in Unterzahl ist der Sieg nicht gefährdet. Doch auch Wolfsburg lässt nichts anbrennen. 4:1 heißt es am Ende in der VW-Stadt.

Während in Wolfsburg schon gefeiert wird, muss der HSV noch auf das Ende warten. Fans zünden Bengalos, stürmen den Platz und sorgen für eine lange Unterbrechung. Die Polizei kann die Randalierer schließlich zurückdrängen. Und obwohl alle anderen Spiele schon seit mehreren Minuten durch sind, wird das Spiel im Volkspark noch ein letztes Mal angepfiffen. HSV-Keeper Julian Pollersbeck drischt das Leder gefrustet weit in die Hälfte der Gladbacher. Es ist die letzte Aktion des HSV in der Bundesliga. Noch während der Ball in der Luft ist, bläst Brych in die Pfeife und bringt das Spiel auf regulärem Weg zu Ende. Der HSV gewinnt 2:1, doch feiern kann im Volkspark niemand. (mab)

Aufstellung HSV: Julian Pollersbeck – Gotoku Sakai, Kyriakos Papadopoulos, Gideon Jung – Douglas Santos – Matti Steinmann (78. Albin Ekdal), Filip Kostic (82. Bakery Jatta), Lewis Holtby (89. Luca Waldschmidt), Aaron Hunt, Tatsuya Ito – Bobby Wood

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