HSV-Fans und Spieler benehmen sich daneben
Verzweifelt kämpfen Bernd Hollerbach und Björn Schlicke um den Ball. (Foto: Witters)
Pressesprecher Marinus Bester bittet Bernd Hollerbach und Nico Hoogma nach der Partie, TV-Interviews zu geben, und wird vor den Pressevertretern weggeschubst. Hoogma entschuldigt sich später, aber da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Auch die Fans machen ihrem Frust Luft. Nach dem Spiel wird ihnen eine Aussprache mit den Spielern versprochen, blöd nur, dass diese davon nichts wissen. Nico Hoogma wird beim Verlassen des Stadions von mehreren Fans in die Enge getrieben. Er und alle folgenden Spieler werden von Sicherheitskräften zu den Autos geleitet.
„Was da passiert ist, kann nicht angehen“, schimpft später Klubboss Bernd Hoffmann. Auch Kapitän Hoogma zeigt sich enttäuscht: „Sechs Jahre lang gebe ich alles für den Verein und das ist der Dank.“ Auch Sportchef Dietmar Beiersdorfer ist bedient: „Es kann nicht sein, dass unsere Spieler tätlich angegriffen werden. Bei aller Enttäuschung, aber da hört der Spaß auf.“ Wenig Spaß dürften auch die Spieler am Folgetag gehabt haben. In einer 30-minütigen Ansprache kritisierte Beiersdorfer das Verhalten der Spieler auf dem Feld. Auch die Berichterstattung war nicht sonderlich milde. Die MOPO titelte: Das Urgestein bröckelt.
Nach der Pleite gegen Dortmund geht es beim HSV nur noch darum, die Saison ohne weitere Schäden zu überstehen. Selbst Beiersdorfer kann die Situation nicht schönreden. Ziel sei es, den achten Platz irgendwie zu verteidigen, so der Sportchef. Ein Ziel, was der HSV erreichen soll. Vier Siege sammelt die arg gescholtene Truppe von Klaus Toppmöller aus den letzten sechs Spielen, lediglich beim Nordrivalen und späteren Meister Werder Bremen setzt es noch eine richtige Klatsche: Mit einem 0:6 treten die Rothosen die Rückreise an. Auch die neue Saison beginnt wenig vielversprechend. Zwei Siege und sechs Niederlagen aus den ersten acht Spielen bedeuten das Ende von Klaus Toppmöller auf der Trainerbank des HSV. Für ihn übernimmt Thomas Doll. Bereits in der Folgesaison führt dieser den HSV in die Champions League. (mab)
Aufstellung HSV: Stefan Wächter – Nico-Jan Hoogma, Tomás Ujfalusi, Bernd Hollerbach, Raphael Wicky – Björn Schlicke, David Jarolim (80. Bastian Reinhardt), Mehdi Mahdavikia, Stephan Kling (46. Naohiro Takahara, 64. Vyacheslav Hleb), Sergej Barbarez – Bernardo Romeo
