Wie so oft zittert Albin Ekdal auch vor dem Nordderby um seinen Einsatz. Zuletzt gegen Bayer Leverkusen (1:2) fehlte der Mittelfeld-Stratege wegen Problemen am Sprunggelenk. Reicht die Zeit, um für das Duell mit Werder Bremen fit zu werden. Der Schwede absolvierte individuelle Einheiten mit Reha-Coach Sebastian Capel. Ob er heute ins Teamtraining einsteigt? Bernd Hollerbach: „Wir schauen von Tag zu Tag. Im Moment bin ich aber nicht so euphorisch.“

Gestern schaute sich HSV-Coach Bernd Hollerbach die A-Junioren in der Bundesliga gegen den Chemnitzer FC (5:0) an. Besonders dürfte er die Verteidiger Josha Vagnoman (17) und Patric Pfeiffer (18) im Blick gehabt haben, die beide schon im Training der Profis vorspielen durften. In den Vordergrund kickte sich der finnische Junioren-Nationalstürmer Tobias Fagerström (17), dem ein Doppelpack gelang. Aber auch Vagnoman glänzte, bereitete die ersten drei Tore vor.

Vor der Saison waren Bobby Wood und Sechs-Millionen-Euro-Einkauf André Hahn die großen Hoffnungsträger auf eine stürmische HSV-Saison. Pustekuchen! Beide haben sich zu großen Sorgenkindern entwickelt, mussten sich auch gegen Leverkusen (1:2) mit der Joker-Rolle begnügen. Beide erhielten nach ihren Kurzeinsätzen ein Sonderlob von Trainer Bernd Hollerbach. „Nach seinem Tor habe einen ganz anderen André Hahn auf dem Platz erlebt. Das Erfolgserlebnis hat ihm gutgetan. So etwas brauchen wir auch als Mannschaft“, sagte Hollerbach, der auch mit Wood zufrieden war: „Als Bobby von der Bank kam, wirkte er auf mich befreiter. Er war da, war explosiv.“

Am Sonnabend gegen Leverkusen (1:2) stand Fiete Arp erstmals in der Startelf von Trainer Bernd Hollerbach. Die Statistik ist erschreckend: In 54 Minuten war der 18-Jährige nur 22 Mal am Ball, er verlor zwölf von 18 Zweikämpfen, brachte nur drei Pässe zum Mitspieler, viermal landete die Kugel direkt beim Gegner. Der Angreifer brachte es auch nur auf einen Torschuss. Hollerbach nahm Arp hinterher in Schutz: „Er hatte sich den Platz im Team durch gute Leistungen im Training verdient. Fiete weiß ja selbst, dass nicht alles geklappt hat. Und er darf Fehler machen.“

Gestern kickte Walace mit dem HSV gegen Leverkusen, dadurch verpasste er die Geburt seines zweiten Sohnes. Morgen fliegt der 22-Jährige mit Erlaubnis der Hamburger Verantwortlichen zu Freundin Kamila nach Brasilien, am Freitag soll er laut Trainer Bernd Hollerbach wieder zum Team stoßen und auch im Nordderby am Sonnabend bei Werder Bremen auflaufen.

Die Niederlage gegen Leverkusen (1:2) steckt Verantwortlichen und Profis des HSV in den Knochen, doch morgen beginnt schon die Aufarbeitung der Partie sowie die Vorbereitung auf das Nordderby am kommenden Sonnabend in Bremen. Um 10 Uhr bittet Bernd Hollerbach seine Kicker zum Training in den Volkspark.

Nach dem 1:2 gegen Leverkusen hat sich HSV-Coach Bernd Hollerbach zu den Reaktionen der Fans und dem Auftritt seines Teams geäußert: „Es bringt nicht, sich zu zerfleischen. Wir müssen zusammenstehen. Alles andere ist unnötig. Die Fans haben einiges mitgemacht, ich verstehe das. Aber wenn wir jetzt aufeinander losgehen, dann haben wir keine Chance. Der Druck ist groß, das hat man gemerkt, aber am Ende haben wir alles in die Waagschale geworfen. Wir werden uns weiter wehren.“