Lewis Holtby hat sich nach dem 1:0-Sieg gegen Freiburg zu seinem goldenen Tor geäußert. Bei „Sky“ sagte er: „Ich glaube, das war technisch versiert und eine gute Ballbehandlung. Ich wollte den unbedingt reinmachen und ich bin dankbar, dass er auch reingegangen ist und ich der Mannschaft damit auch helfen konnte.“ Zu seiner eigenen Situation erklärte er: „Für mich ist es einfach eine Freude, Fußball zu spielen. All das, was in der Vergangenheit war, hab ich hinter mir gelassen. Ich will einfach der Mannschaft helfen, sodass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Mit Blick auf das Spiel beim VfL Wolfsburg sagte Holtby: „Nächste Woche kommt der nächste Kracher. Das Spiel müssen wir mit dem gleichen Engagement und dem absoluten Überlebensfight annehmen, aber dazu brauchen wir noch drei sehr gute Spiele von uns, der Mal eine Willensleistung.“

Nicolai Müller hat sich in der Halbzeitpause bei „Sky“ zu seinen Comeback-Chancen geäußert. Es sei sein Ziel, in dieser Saison noch eingreifen zu können. „Es fühlt sich wieder gut an, ich freue mich, dass ich wieder so viele Sachen machen kann“, sagte der 30-Jährige, der die ersten 45 Minuten gegen Freiburg so analysierte: „Wir hatten einen guten Start, haben uns dann aber zurückgezogen und hatten dann Glück, dass unser Torwart uns im Spiel hält. Er macht das sehr, sehr gut.“ Trainer Christian Titz werde „jetzt die richtigen Worte finden und die Jungs noch mal heiß machen“. Ob theoretisch noch die Möglichkeit bestehe, ihn auch in der kommenden Saison im HSV-Trikot zu sehen, wollte Müller nicht eindeutig beantworten: „Ich habe mir darüber keine Gedanken mehr gemacht. Mein Ziel ist es, fit zu werden und der Mannschaft noch mal zu helfen.“

Der HSV braucht auch in dieser Saison (mindestens) einen Retter. Wie gut, dass einer da ist, der sich damit auskennt: Luca Waldschmidt, in der vergangenen Serie der Schütze des entscheidenden Tors im letzten Spiel gegen Wolfsburg (2:1). Die MOPO traf den 21-jährigen Angreifer zum Exklusiv-Interview. Seine Botschaft an die HSV-Anhänger: „Es klingt abgedroschen, aber wenn wir auf dem Platz spüren, dass sie hinter uns stehen, macht uns das stärker. Unsere Fans haben gegen Schalke auf jeden Fall eine krasse Performance hingelegt. Es gab einen Moment direkt nach dem 2:1, da stand ich auf dem Platz, habe mich im Stadion umgeschaut und gedacht: Das ist überragend. Die Leute waren voll da, es war eine überragende Stimmung. Die Fans sind mega-wichtig.“ Alles weitere: Morgen in der MOPO!

Luca Waldschmidt (l.) im Gespräch mit MOPO-Sportchef Matthias Linnenbrügger.

Er führte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zur sensationellen Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Im großen Interview mit der MOPO verriet Bundestrainer Marco Sturm (39) nun, dass sein fußballerisches Herz neben dem FC Bayern einem weiteren Verein gehört. „Ich komme zwar aus Landshut, ich bin aber schon seit meiner Jugend auch ein kleiner HSV-Fan. Ich liebe Hamburg als Stadt und schaue immer sofort, was beim HSV gerade passiert“, sagte er. Einen Rat wollte der Ex-NHL-Star dem strauchelnden Dino aber nicht geben. „Ich glaube, es ist besser, wenn ich mich da raushalte. Die Situation ist enttäuschend, es ist bitter, dass es so weit gekommen ist. Aber auch wenn es noch so hart ist: Die Saison ist nicht vorbei. Sie müssen weiter kämpfen.“

War es ein Fehler, beim HSV als Trainer anzuheuern? Der nach nur sieben Wochen gefeuerte Bernd Hollerbach beantwortet diese Frage mit gemischten Gefühlen. „Ich habe aus alter Verbundenheit zugesagt, dem Verein in einer schwierigen Lage zu helfen. Rückblickend war das für mich – wenn man es rational betrachtet – vielleicht nicht die beste Entscheidung. Emotional würde ich es aber immer wieder so machen“, sagte der 48-Jährige der „Bild“. Über seinen Rauswurf erklärte er: „Ich habe immer gesagt: Aufgeben kommt für mich nicht in Frage. Daher finde ich es natürlich bedauerlich, dass der Verein jetzt entschieden hat, mir die Verantwortung für die Mannschaft zu entziehen.“ Hollerbach fügte hinzu: „Der HSV war immer etwas Besonderes für mich. Daran wird sich auch nichts ändern.“

Dass der HSV vor dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg steht, schmerzt auch Jonathan Tah. Der gebürtige Hamburger, der 2015 für 7,5 Millionen Euro vom HSV zu Bayer Leverkusen wechselte und inzwischen laut transfermarkt.de einen Marktwert von 25 Millionen Euro besitzt, sagte im Interview mit dem „Express“: „Ich verfolge das Geschehen noch genau. Sie stecken natürlich in einer sehr schwierigen Situation. Es ist traurig zu sehen, dass es nicht läuft. Ich fände es sehr schade, wenn sie absteigen, sie gehören in die Bundesliga.“

Nach der Pyro-Schande von Bremen sieht sich der HSV genötigt, zu diesem feurigen Thema in besonderer Form Stellung zu beziehen. Und zwar in Form eines Interviews mit Finanzvorstand Frank Wettstein auf der Internetseite des Vereins.

Die Pyro-Vorfälle im HSV-Fanblock in Bremen hatten ein extremes Ausmaß mit Spielunterbrechungen des Schiedsrichters. Wie haben Sie das empfunden?

Frank Wettstein: Ich habe mich maßlos geärgert, weil nicht nur die Spieldurchführung gefährdet war, sondern auch die Gesundheit von Spielern und Zuschauern. Für ein derartiges Verhalten habe ich keinerlei Verständnis. Die Leute, die so etwas machen, handeln verantwortungslos.

Es soll im Rahmen der Vorfälle von Bremen zu Festnahmen gekommen sein. Wie werden Sie mit möglicherweise identifizierten Tätern umgehen?

Mit jeglicher Konsequenz. Wir warten jetzt erst einmal auf das Anschreiben des DFB und werden dann Stellung zu den Vorfällen nehmen. Sollten wir wie in vergangenen Fällen mit einer Geldstrafe belegt werden, dann werden wir im Falle von identifizierten Verursachern alle juristischen Mittel ausschöpfen, um die Strafen an den oder die Täter weiterzubelasten. Die Personen, die solche Aktionen planen und durchführen, schaden unserem Klub nachhaltig. Sie nehmen Personenschäden und finanzielle Sanktionen in erheblicher Größenordnung in Kauf und müssen sich dafür verantworten.

Betrachten Sie derartige Aktionen als Folge des Frusts?

Aus meiner Sicht hat das mit Frust oder Rebellion nichts zu tun. Es ist kriminelles, gefährdendes Verhalten. Wir wollen so etwas nicht im Stadion erleben und haben klare Regeln aufgestellt. Entsprechend rigoros werden auch die Maßnahmen ausfallen, auch wenn es sich nur um eine kleine Personengruppe handelt, die derartige Aktionen durchführt.

Bei der Heimniederlage gegen Leverkusen gab es nach dem Abpfiff einen von den Sicherheitskräften verhinderten Platzsturm im Volksparkstadion. Erwarten Sie für den weiteren Verlauf der Saison neuerliche Anfeindungen bzw. Protestaktionen?

Ich möchte eines klarstellen: Ich habe großes Verständnis für die Enttäuschung unserer Fans. Sie haben in der jüngsten und auch längeren Vergangenheit sportlich viele Tiefpunkte und Rückschläge ertragen müssen. Dass das auch mal in Frust umschlägt, ist menschlich. Dennoch gibt es Grenzen. Pfiffe sind erlaubt, Gewaltandrohungen, Sachbeschädigungen und Platzstürme nicht. Wir pflegen seit jeher einen konstruktiven und vertraulichen Austausch mit unseren Fangruppen und auch mit den Ultras. Geht es aber um die Gefährdung unserer Partien oder sogar unserer Spieler und Angestellten, haben wir eine Null-Toleranz-Haltung. Entsprechend werden wir vorgehen. Unser Trainer hat es treffend formuliert: Wir brauchen jetzt keine Selbstzerstörung, sondern in dieser schwierigen Gesamtlage Zusammenhalt. Der hat uns auch in anderen schwierigen Situationen ausgezeichnet. Daran sollten wir uns orientieren.

Am Sonnabend feiert Leverkusens Jonathan Tah (22) mal wieder seine Rückkehr in den Volkspark. Im großen Interview, das heute in der gedruckten MOPO erschienen ist, spricht die Hamburger Jung über die missliche Lage beim HSV, sein Vorbild Boateng und seinen Traum von der WM. Zur Partie sagt Tah: „Das wird ein Kampfspiel. Und diesen Kampf werden wir annehmen müssen. Ich glaube, dass wir zunächst über die Mentalität und Bereitschaft gehen müssen, das spielerische Element wird sich dann von alleine ergeben. Der HSV wird alles abfeuern, was ihm zur Verfügung steht. Da müssen wir richtig gegenhalten.“