- 28.04.2020

Heute vor 13 Jahren: Guerrero sorgt für letzten HSV-Sieg in München


Paolo Guerrero und Rafael van der Vaart bejubeln den Siegtreffer in München. (Foto: Witters)

Das letzte Bundesliga-Duell zwischen Bayern München und dem HSV ist inzwischen über zwei Jahre her und eher eine dunkle Erinnerung beim HSV. Mit 0:6 kam man in Bayerns Hauptstadt unter die Räder – nicht zum ersten Mal, doch das war nicht immer so. Heute vor genau 13 Jahren reiste der HSV mit Abstiegssorgen nach München und kehrte mit Europa-Hoffnungen im Gepäck zurück. Es sollte der bis heute letzte Hamburger Sieg bei den Bayern werden.

Mit Ruhm haben sich weder die Münchener noch die Hamburger in dieser Saison bekleckert. Während der Rekordmeister weit abgeschlagen im Meisterschaftsrennen ist, gehen beim HSV die ängstlichen Blicke vor der Begegnung am 28. April 2007 ans Tabellenende. Lediglich drei Punkte trennen die Rothosen vor dem 31. Spieltag von einem Abstiegsplatz. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein Gastauftritt in der Allianz Arena, aber der HSV ist von Beginn an das bessere Team. Diszipliniert fightet die Truppe von Huub Stevens, doch der Ball will einfach nicht ins Tor.

David Jarolim (21.), Rafael van der Vaart (23.) und Juan Pablo Sorin (32.) lassen gute Chancen liegen und wie es so häufig im Fußball ist, soll sich das rächen. Claudio Pizarro nutzt die eine Unachtsamkeit in der HSV-Abwehr und staubt den abgeblockten Schuss von Hasan Salihamicic ab. Frank Rost hat aus fünf Metern keine Chance – 1:0 für die Bayern und die Sorgenfalten im Gästeblock werden größer. Zur Halbzeit sieht es so aus, als ob die Münchener Revanche für die Pleite im Vorjahr nehmen können, als man zum ersten Mal ein Spiel in der Allianz Arena verlor. Nigel de Jong hatte mit seinem Last-Minute-Treffer das 2:1 für die Gäste erzielt.

Auch im zweiten Durchgang arbeitet der HSV daran, Geschichte wiederholen zu können. Doch ein starker Oliver Kahn und schieres Pech verhindern lange Zeit den Ausgleich. Auf der Gegenseite muss Frank Rost dann gegen Mark van Bommel retten (64.). Doch dann die Erlösung. Ausgerechnet der zuletzt mit einem Wechsel nach München in Verbindung gebrachte Rafael van der Vaart nimmt sich ein Herz und versenkt das Leder traumhaft per Volley (71.). Die pure Erleichterung ist jedem Spieler in Weiß anzumerken. Super-Joker Paolo Guerrero setzt wenige Minuten später sogar noch einen drauf. Nach einem langen Abschlag von Rost setzt sich der Stürmer im Laufduell mit Lucio durch und behält vor Kahn die Nerven – 1:2 (76.).

Der Jubel ist groß, doch das Spiel ist noch nicht vorbei. Wütend rennen die Hausherren an. Mark van Bommel prüft Rost, doch der zeigt sich in glänzender Verfassung. Das Zittern geht los. In der letzten Minute verabschiedet sich Thimothee Atouba vorzeitig mit Gelb-Rot und kann nur aus dem Spielertunnel mitverfolgen, wie Lucio einen letzten verzweifelten Ball in den Strafraum des HSV prügelt. Am Elfmeterpunkt steigt Roque Santa Cruz hoch. Der Kopfball ist gut, doch in voller Streckung kriegt Rost das Leder um den Pfosten gewischt, dann ertönt der Schlusspfiff. Entsetzen auf der einen, großer Jubel auf der anderen Seite. Die MOPO titelt am nächsten Tag: „Die Geschichte wiederholt sich!“

„Das war zumindest ein Meilenstein, den wir gesetzt haben“, sagt Stevens nach dem Spiel und gibt sich optimistisch den Abstiegskampf endlich beendet zu haben – sechs Punkte Vorsprung geben ihm das Recht dazu. Deutlich euphorischer ist David Jarolim, der gleich Mal das neue Ziel formuliert: „Wir schauen auf Platz sieben und den UI-Cup, das muss unser Ziel sein.“ Und weil der Tag nicht schon schön genug war, gab es obendrauf noch den Treueschwur von Kapitän van der Vaart: „Die sind und waren kein Thema für mich“, kommentiert der Holländer die Bayern-Gerüchte. Ein angesäuerter Uli Hoeneß lässt sich entlocken: „Wir haben uns mit van der Vaart nicht beschäftigt, werden dies auch nicht tun!“

Der Bayern-Sieg gibt dem HSV die nötige Motivation für die letzten beiden Spiele. Wie von Jarolim gefordert erreicht der HSV Platz sieben und somit den UI-Cup. Über diesen erreichte der HSV schließlich doch noch den UEFA-Cup, wo die Reise bis ins Achtelfinale ging. Auch die Bayern mussten sich mit dem UEFA-Cup begnügen. Mit Platz vier schnitten die Münchener so schlecht ab, wie seit 1995 nicht mehr. Meister wurde in einem dramatischen Schlussspurt der VfB Stuttgart. (mab)

Aufstellung HSV: Frank Rost – Collin Benjamin, Mathias Abel, Joris Mathijsen, Thimothee Atouba – Nigel de Jong (69. Paolo Guerrero), David Jarolim, Guy Demel (56. Mehdi Mahdavikia), Juan Pablo Sorin, Rafael van der Vaart (82. Alexander Laas) – Ivica Olic

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